Häufige Erkrankungen
bei alten Pferden

“Wenn du vermutest, dein Pferd könnte an einer dieser Krankheiten leiden, dann nimm unbedingt Kontakt mit deinem Tierarzt auf.”
Pleun Broeren, Fütterungsspezialistin
PPID - Cushing
Typische "Alte Pferde"-Krankheit

Hat dein Pferd ein langes, lockiges Fell und Schwierigkeiten beim Fellwechsel? Dann könnte es sein, dass es an Cushing, auch bekannt als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction), leidet. Mehr als die Hälfte aller Pferde über 18 Jahre entwickelt diese Erkrankung zumindest in abgeschwächter Form.
PPID entsteht, wenn die Hypophyse im Gehirn überaktiv wird und zu viele Hormone produziert. Dadurch gerät dein Pferd hormonell aus dem Gleichgewicht. Dies kann verschiedene Körperfunktionen beeinflussen und führt häufig zum charakteristischen langen, lockigen Fell älterer Pferde.
Symptoms
Das typische lockige Fell tritt meist erst in einem späteren Stadium von PPID auf. Es gibt jedoch viele frühere Anzeichen, die auf die Erkrankung hinweisen können:
- Eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder Energiemangel
- Verhaltensänderungen
- Viel Trinken und häufiges Urinieren
- Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
- Geringere Fruchtbarkeit
- Muskelabbau
- „Aufgedunsenes“ Erscheinungsbild
- Abnormales Schwitzen
- Fellveränderungen oder verzögerter Fellwechsel
Wenn du den Verdacht auf PPID hast, kann dein Tierarzt die Diagnose mit einem Bluttest bestätigen, der die Hormonwerte misst.
Fütterungsempfehlung bei Cushing
Pferde mit PPID haben ein erhöhtes Risiko für Hufrehe. Durch das hormonelle Ungleichgewicht reagieren diese Pferde besonders empfindlich auf Zucker und Stärke in der Fütterung. Da Raufutter den größten Teil der Fütterung ausmacht, ist es wichtig, den Zuckergehalt des Futters zu kennen.
Mit dem Pavo Nährwert Raufutter Schnelltest lässt sich der Zuckergehalt deines Raufutters leicht bestimmen. Enthält das Raufutter zu viel Zucker (über 10 %), kann ein Wechsel zu einer zuckerarmen Charge notwendig sein. Ist das nicht möglich, kann Einweichen des Heus sehr hilfreich sein. Durch Einweichen in lauwarmem Wasser für etwa 30–60 Minuten lässt sich der Zuckeranteil halbieren.
Ist das Raufutter generell ungeeignet, kann es notwendig sein, es teilweise durch Raufutterprodukte wie Pavo 18Plus Fibre oder Pavo SpeediBeet zu ersetzen.
Bei der Wahl des Kraftfutters solltest Du auf zuckerarme Produkte achten, z. B. Pavo 18Plus Sensitive oder ein Mineralfutter wie 18Plus Vital. Zusätzlich kannst du dein PPID-Pferd mit Pavo 18Plus Cushin unterstützen. Dieses Ergänzungsfutter basiert auf verschiedenen Kräutern und Pflanzenstoffen, die das hormonelle Gleichgewicht und das Immunsystem deines Seniors fördern.
Cushing kann zwar noch nicht geheilt werden, langfristige negative Folgen lassen sich aber mit Medikamenten und der richtigen Fütterung effektiv verhindern.
Hufrehe
Achte auf den Zuckergehalt in der Futterration deines Pferdes

Ältere Pferde haben oft Probleme, Zucker und Stärke richtig zu verdauen. Dadurch steigt das Risiko für Hufrehe – eine sehr schmerzhafte Entzündung innerhalb des Hufes, die durch Stoffwechselstörungen ausgelöst wird. Diese Entzündung kann zu Wärme, Schwellung und starken Schmerzen führen, meist an den Vorderhufen. Hat dein Pferd bereits Hufrehe gehabt, bleibt es für zukünftige Episoden besonders anfällig.
Symptoms
Ein Pferd mit Hufrehe versucht, den Druck auf die Vorderbeine so gut wie möglich zu entlasten: Es verlagert das Gewicht nach hinten, stellt die Hinterbeine weiter unter den Körper und streckt die betroffenen Beine nach vorne. Häufig bewegt sich das Pferd nur sehr wenig oder legt sich längere Zeit hin, um Schmerzen zu reduzieren.
In schweren Fällen kann sich das Hufbein vom Hufbeinwand lösen, wodurch das Hufbein seine Unterstützung verliert und kippt. Im Extremfall kann die Spitze des Hufbeins sogar gegen die Sohle drücken oder diese durchstoßen.
Pferde und Ponys mit PPID sind besonders anfällig für Hufrehe, daher sollte man sie genau beobachten.
Fütterungsempfehlung bei Hufrehe
Wenn du den Verdacht auf Hufrehe hast, kontaktiere sofort deinen Tierarzt.
In Absprache mit deinem Tierarzt kannst du außerdem folgende Maßnahmen umsetzen:
- Biete deinem Pferd zuckerarmes Raufutter an und vermeide Koppelgang. Analysiere am besten möglichst bald den Zuckergehalt deines Raufutters – er sollte unter 10 % liegen. Ist der Zuckeranteil zu hoch, kannst du das Futter einweichen (wie zuvor beschrieben) oder durch sichere Raufutterersatzprodukte ersetzen, z. B. Pavo 18Plus Fibre oder Pavo FibreNuggets.
- Stelle das Kraftfutter ein. Stattdessen kannst du einen Vitamin- und Mineralfutter wie Pavo 18Plus Vital füttern, um die Tagesversorgung weiterhin abzudecken.
- Stelle dein Pferd auf feuchten Sand oder in Matsch, um die Hufe kühl zu halten und den Druck auf die entzündeten Hufe zu reduzieren.
- Besprich Schmerztherapie und Hufpflege mit Tierarzt und Hufschmied, um dein Pferd so komfortabel wie möglich zu halten.
Vorbeugung
Vorbeugen ist immer besser als behandeln. Hier einige Tipps, um das Risiko für Hufrehe zu reduzieren:
- Führe dein altes Pferd langsam an die Koppel heran: Beginne mit einer Stunde pro Tag und steigere die Zeit allmählich.
- Lass dein Pferd am besten früh am Morgen auf die Weide, wenn der Fruktangehalt (Zucker im Gras) noch niedrig ist. Sensible Pferde sollten nicht nach Nachtfrost auf die Koppel, da der Zuckeranteil dann stark steigen kann.
- Vermeide kürzeste Gräser auf kargen Flächen, da diese oft besonders zuckerreich sind.
- Gib deinem Pferd vor dem Ausritt etwas Raufutter (z. B. Pavo 18Plus Fibre, Pavo SpeediBeet oder Pavo FibreBeet). So geht es satt auf die Weide und frisst weniger Gras.
- Passe die Menge des Kraftfutters an, wenn dein Pferd auf die Weide kommt.
- Nutze begrenzte Weideflächen (Strip-Grazing). Bewege den Zaun täglich ein Stück, sodass dein Pferd nur kleine Mengen frisches Gras aufnehmen kann, ohne zu viel zu fressen.
EOTHR
Zahnschmerzen bei alten Pferden

Es ist wichtig, die Zähne deines Pferdes mindestens zweimal im Jahr von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Regelmäßige Zahnkontrollen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Eine der häufigsten zahnbezogenen Erkrankungen bei alten Pferden ist Equine Osteoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis (EOTRH). Diese Erkrankung ist sehr schmerzhaft für das Pferd.
Symptome
EOTRH verursacht Schmerzen an den Schneidezähnen (Incisivi) und manchmal auch an den Eckzähnen. Du kannst folgende Anzeichen beobachten:
- Schwierigkeiten beim Abbeißen. Du kannst den „Karottentest“ machen: Lässt dein Pferd sich nicht an einer Karotte abbeißen, ist eine Zahnkontrolle ratsam.
- Rückzug aus der Herde oder reduzierte soziale Aktivität
- Probleme beim Kauen
- Speicheln
- Sichtbare Schwellungen oder Beulen am Zahnfleisch rund um die Schneidezähne
Viele Pferde verbergen Zahnschmerzen, daher ist die Erkrankung oft schwer zu erkennen. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb entscheidend, um sicherzustellen, dass dein Seniorpferd schmerzfrei und komfortabel bleibt.
Therapie
EOTRH betrifft die Wurzeln der Schneidezähne und Eckzähne. Die Zahnwurzeln werden nach und nach aufgelöst, während der Körper überschüssiges Zahnzement bildet, was zu schmerzhaften und deformierten Zähnen führt. Die Erkrankung kann einige oder alle Schneidezähne betreffen, und ihr Verlauf ist schwer vorherzusagen.
Eine Röntgenaufnahme ermöglicht die Diagnose bereits im frühen Stadium, bevor Veränderungen äußerlich sichtbar werden. Leider gibt es keine Heilung für diese Erkrankung – die einzige Lösung ist das Ziehen der betroffenen Zähne. Dies geschieht unter starker Sedierung und Schmerzbehandlung.
Die genaue Ursache von EOTRH ist noch unbekannt. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei älteren Pferden, insbesondere bei Islandpferden, Fjordpferden und Shetlandponys auf, kann aber auch andere Rassen betreffen. Gelegentlich wurde ein Zusammenhang mit Cushing vermutet, es gibt dafür jedoch keine Belege.
Nach dem Entfernen der schmerzhaften Zähne werden die Pferde in der Regel deutlich zufriedener. Die meisten Senioren kommen sehr gut ohne ihre Schneidezähne zurecht: Sie können weiterhin Heu und längeres Gras mit Lippen und Backenzähnen aufnehmen. Sehr kurzes Gras kann schwieriger zu fressen sein, daher ist es hilfreich, längeres Raufutter und ausreichend Heu anzubieten.

Allgemeines Unwohlsein
Was tun, wenn dein Pferd sich nicht wohlfühlt?

Ist dir aufgefallen, dass dein Pferd nicht ganz er selbst zu sein scheint? Wirkt es lustlos, nimmt Körpermasse ab oder wirkt allgemein unwohl, ist es wichtig, dass ein Tierarzt eine vollständige Untersuchung inklusive Bluttest durchführt. Viele altersbedingte Erkrankungen entwickeln sich schleichend, und eine frühe Erkennung kann entscheidend sein, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern.
Wenn medizinische Ursachen ausgeschlossen wurden, lohnt es sich, einen genauen Blick auf Fütterung und Haltung deines Seniors zu werfen. Die richtige Fütterung kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, deinem Pferd Vitalität zurückzugeben und es fitter und gesünder zu machen.
Um dein Seniorpferd zusätzlich in Sachen Wohlbefinden, Immunabwehr und Verdauung zu unterstützen, kannst du Produkte wie Pavo AhiFlower Oil, Pavo HealthBoost oder Pavo GutHealth in Betracht ziehen.















